Berlin-Friedenau
Denkmalgeschützte Gebäude in der Görresstraße durch Luxusneubauten bedroht
Um welche Gebäude geht es?

Görresstraße 23:
- Fuhrhof der Familie Pählchen (Denkmal seit 13.05.2019)
- Erstes Gebäude in der ehem. Wilhelmstraße (heute Görresstr.) erbaut von 1892-93.
- Familie Pählchen betrieb von hier aus die erste Müllabfuhr Friedenaus.

Görresstraße 21:
- Landhausvilla der Familie Pählchen (Denkmal seit 13.05.2019).
- Die Villa wurde 1893 von der Familie Pählchen als Familiensitz erbaut.

Görrestraße 21 (hinterer Bereich) Bildhauerwerkstätten
- Ehemals Wilhelmstraße „Klein-Carrara“
- Ateliergebäude (Denkmal seit 13.05.2019)
Fotoquellen der Gebude: https://denkmaldatenbank.berlin.de
Was ist der aktuelle Stand?
Die Bauwert Görresstraße GmbH plant:
- Abriss der denkmalgeschützten Gebäude auf dem Grundstück 23
- Bebauung des Grundstücks Görresstraße 23 mit 5+2-geschossigem Vorderhaus-,Seiten- und Hofgebäuden
- Untertunnelung der Grundstücke 21+23 mit Tiefgarage
- Autoaufzug zwischen Landhausvilla und Görresstraße 19
Bauvorentscheid der Bauaufsicht des Bezirksamts an die Bauwert Görresstraße GmbH vom 24.11.2024:
- Dem Bauvorhaben sei nach einer – aufgrund politischer Weisung erfolgten – Entscheidung der Obersten Denkmalschutzbehörde der Senatsverwaltung Vorrang gegenüber dem Denkmalschutz einzuräumen.
- Es bestünden jedoch umfängliche bau- und planungsrechtliche Einwände (insb. bzgl. Geschosshöhe, Flächenbebauung, Abstände, Ensembleschutz, Eingriff in den Straßen- und Ortsbildcharakter)
Oberste Denkmalschutzbehörde der Senatsverwaltung in einem Schreiben vom 18.08.2025
- geplanter Abriss der denkmalgeschützten Gebäude des Fuhrhofs, Atelierschuppens und der Garage.
- geplanter Neubau von zwei Wohnhäusern mit Seitenflügel, Hofhaus und Atelierhaus
(keine Erwähnung der geplanten Tiefgarage)
Was passiert als nächstes?
- Oberste Bauaufsicht des Senats für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen entscheidet derzeit über den Widerspruch der Bauwert GmbH gegen die bau- und planungsrechtlichen Einwände des Bezirks.
- Entscheidung über die Klage der Bauwert GmbH gegen die Senatsverwaltung zwecks Aufhebung des Denkmalschutzes für das gesamte Areal.
Was ist zu befürchten?
- Zerstörung des Straßenensembles Görresstraße durch Bau eines mehrgeschossigen Gebäuderiegels
- Verlust stadtgeschichtlich relevanter Gebäude (Fuhrhof, Atelier, Umbauung der bislang freistehenden Landhausvilla, Tiefgaragenaufzug)
- Bedrohung angrenzender Gebäude und ihrer Fundamente durch weiträumige und grenzständige Unterkellerung des Geländes als Tiefgarage
- Durch Schaffung von Luxuswohnungen erhöhte Vergleichsmieten, die eine Verdrängung von Altbestand-Mietern in der Nachbarschaft befördern
- Verschlechterung des Mikroklimas durch großräumige Flächenversiegelung
- Bedrohung des Baumbestandes im Innenhof- wie auch Straßenbereich durch erforderliche Grundwasserabsenkungen.
- Zunehmende Verkehrsbelastung auf einem wichtigen Schulweg für Kinder
Was wollen wir als Anwohnerinitiative?
- Kein Abriss denkmalgeschützter Gebäude, die den Charakter des Stadtteils und der Straße als historischem Zentrum der Bildhauerei des 19. Jhs. widerspiegeln!
- Kein Bau von Luxusappartements
–durch die idR. kein zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird! - Keine Missachtung bau- und planungsrechtlicher Auflagen und Schutz der benachbarten Gebäude!
- Entwicklung sozial verträglicher Nutzungskonzepte für das Ensembles unter Wahrung seiner historischen Bedeutung!
- Beteiligung des Bezirks, seiner gewählten Repräsentanten und seiner Bürgerinnen und Bürger bei allen weiteren Planungen!
- Workshop zu Nutzungsalternativen und deren Finanzierungsmöglichkeiten
Wie können Sie mit der Anwohnerinitiative in Kontakt treten?