
Foto ‚Friedenau aktuell‘ – Hahn&Stich
Görresstraße (ehem. Wilhelmstraße)
Zentrum der Berliner Bildhauerkunst
Klein Carrara
Mit Klein Carrara ist die Wilhelmstraße (Görresstraße) in Friedenau gemeint. Die Namensgebung geht mutmaßlich
auf Kaiser Wilhelm II. zurück. Es ist davon auszugehen, dass die Formulierung erstmals in der Berliner Illustrierte Zeitung, 8.Jg./1899, Nr.47 zu lesen war und immer weiter kolportiert wurde: Casals Atelier, die ‚größte Handlangerei der Kunst‘, wurde vom Kaiser scherzhaft als ‚Klein Carrara’ bezeichnet.
Textauszug aus ‚Friedenau aktuell‘ Hahn & Stich
friedenau-aktuell.de – Görresstraße: Klein Carrara

Bildhauer Valentino Casal (1867-1951)
1899: Großauftrag von Kaiser Wilhelm II.
an Casal
Marmorstatuen für Siegesallee im Tiergarten
Kaiser Wilhelm II. hatte am 27. Januar 1895 verkündet, dass im Tiergarten eine Siegesallee mit 32 Marmor Standbildern der Fürsten Brandenburgs und Preußens von Bildhauern des Kaiserreichs geschaffen werden sollte. Das war die Stunde von Valentino Casal. Er hatte den Umgang mit Marmor gelernt, konnte mit dem Punktierkreuz die Maße vom Gipsmodell auf den rohen Stein übertragen, beherrschte Konturieren und Ziselieren, und wusste die Qualitäten von Statuario, Bianco und Ordinario zu unterscheiden. Dazu kam sein Talent zum Improvisieren und Organisieren. Im Januar 1899 erwarb Casal ein großes Grundstück in Friedenau. Die Gemeinde Friedenau genehmigte am 16. März 1899 das Baugesuch zur Errichtung von Wohn- und Werkstatt-gebäuden an der Wilhelmstraße. Auf einer Fläche von 67,80 x 24,00 m entstand ein als Villa bezeichnetes Wohnhaus für die
Familie Casal und dahinter – bis in die Mitte der später angelegten Bachestraße – das Atelier V. Casal, ein Bildhauerhof mit mehreren Ateliers, Büro, Umkleideräumen, Waschraum, Toiletten und Schuppen. Bis 1901 entstanden dort elf von insgesamt 32 marmornen Denkmalgruppen für die Siegesallee.
Textauszug aus ‚Friedenau aktuell‘ Hahn & Stich
friedenau-aktuell.de – Görresstraße: Klein Carrara

Kaiser Wilhelm II.
Bebauung der Grundstücke Wilhelmstr. 6 und 9
mit Villen und Ateliers:
- 1903: Nr. 9: Bildhauer Prof. Ludwig Manzel

Bildhauer Prof. Ludwig Manzel (1858-1936)
(ab 1912 Präsident der Preußischen Akademie der Künste)
- 1905/06: Nr. 6: Bildhauer Johannes Götz

Bildhauer Johannes Götz (1865-1934)