
Das Foto zeigt den Hinterhof der damaligen Wilhelmstraße 15 , heute Görrestr.23, um 1911
Mit freundlicher Genehmigung der Edition Friedenauer Brücke (Dez.2020)
Im Jahre 893 gründete er auf diesem Fuhrhof ein Müllabfuhr-Unternehmen. In dieser Zeit wurde die Müllabfuhr in Berlin von Privatunternehmen geleistet.
Im Jahre 1892 kaufte der Baumeister Herrmann Pählchen das Grundstück in der damaligen Wilhelmstraße. Nach Plänen des Architekten James Ruhemann errichtete er einen Fuhrhof.
Als er im Jahre 1895 versuchte die Leitung des Unternehmens, zum Entsetzen der Friedenauer Gemeindevorstände, seiner Frau Johanna übertragen wollte, wurde dies als ‚Schieberei‘ abgelehnt. Erst als Herrmann Pählchen mit nur 34 Jahren Monate später starb, blieb die Müllabfuhr in den Händen von Frau Johanna Pählchen.
Nach einigen Schwierigkeiten durch den Tod ihres Mannes musste sie die Immobilien ihres Mannes zwangsversteigern, und zog mit ihren vier Kindern in eine Wohnung auf dem Fuhrhof. Sie konzentrierte sich dann nur auf das Geschäft mit dem Fuhrhof. Mit ihren guten Preisen konnte sie gut behaupten.
Durch die neue Verordnung im Jahre 1895 über die ‚staubfreie‘ Müllabfuhr wurde sie zu umfangreichen Investitionen gezwungen. Die Müllfahrzeuge mussten fortan dicht schließen, auch beim Verladen des Mülls. Die Umstellung konnten sich nicht alle Fuhrunternehmer leisten. Ihre Investitionen zahlten sich aus, und Frau Pählchen erwies sich als erfolgreiche Unternehmerin mit viel Anklang in der Bevölkerung.
Hier eine Leserzuschrift vom 28.9.1901 aus dem Friedenauer Lokalanzeiger:
Eine vorzügliche Einrichtung der Hygiene ist von der ‚Staubfreie Müllabfuhr‘ Pählchen am hiesigen Orte getroffen worden. Wenn man bedenkt, welche unangenehmen Folgen das Einladen des Hausmülls in die offenen Kastenwagen früher mit sich führten, mit dem Staub und Schmutz und den nicht weniger als unangenehmen Gerüchen, kann man sich freuen, wenn man von der staubfreien Müllabfuhr liest.
Die Informationen dieser Seite sind auszugsweise der Internet-Seite ‚Berlin-aktuell‘ entnommen. Der Link lautet:
friedenau-aktuell.de – Görresstraße: Fuhrhof

Anordnung der Berliner Polizeipräsidenten: Staubfrei entsorgen mit dem Berliner Staubschutzwagen. Aufnahme Anfang 20. Jh.
Foto und Bildunterschrift: http://www.berlinermieterverein.de/uploads/2016/03/041622-staubschutzwagen.jpg; Foto: BSR, Zugriff 04.09.2025

Berliner Müllkästen: 200 l Fassungsvermögen, 40 kg Gewicht – ohne Inhalt
Foto: https://imagescdn.bridgemanimages.com/api/1.0/image/150.XXX.43412030.7055475/3018255.jpg Zugriff 04.09.2025
Die weitere Nutzung des Fuhrhofs:
- Johanna Pählchen betrieb die Müllabfuhr auf dem Fuhrhof bis 1904. Mit der zunehmenden Bebauung der Nachbargrundstücke mit vierstöckigen Miethäusern ab 1904 häuften sich die Beschwerden der Nachbarschaft über den Lärm der Pferdefuhrwerke.
- 1907 verkaufte Frau Pählchen das Gelände und den Betrieb an den Fuhrherrn Theodor Zimmermann.
- Dieser gab das Grundstück das Grundstück 1910 an Frau Pählchen.
- Ab 1910 – verschiedene Pächter die dort Kohlenhandel betrieben.
- 1922 Verkauf an den Lebensmittel-Kaufmann Gottlieb Herrmann.
- In dieser Zeit gab es eine Wäscherei mit Plätterei und verschiedene Umbauten und Erweiterungen der Wohnfunktion.
- 1939 Bau von drei Garagen durch Gottlieb Herrmann.